Robert Caro hat die letzten 40 Jahre mit einem Mann verbracht, dem er in seinem Leben ein einziges Mal die Hand geschüttelt hat. Seine Biographie Lyndon Johnsons sollte drei Bände umfassen; der vierte, The Passage of Power, erscheint am 1. Mai, am fünften – und wahrscheinlich letzten – arbeitet Caro bereits. Seine Sorgfalt bei der Recherche ist so legendär wie seine Fähigkeit, die Macht eines Mannes in Worte zu fassen. Aus einem faszinierenden Artikel in der New York Times:
[Caro] knows Johnson’s good side and his bad: how he became the youngest Senate majority leader in history and how, by whispering one thing in the ears of the Southern senators and another in Northern ears, he got the Civil Rights Act of 1957 through a Congress that had squelched every civil rights bill since 1875; how he fudged his war record and earned himself a medal by doing nothing more than taking a single plane ride; how, while vice president during the Cuban missile crisis, his hawkishness scared the daylights out of President Kennedy and his brother Robert. Caro has learned about Johnson’s rages, his ruthlessness, his lies, his bribes, his insecurities, his wheedling, his groveling, his bluster, his sycophancy, his charm, his kindness, his streak of compassion, his friends, his enemies, his girlfriends, his gofers and bagmen, his table manners, his drinking habits, even his nickname for his penis: not Johnson, but Jumbo.
Das Entstehen dieser Meisterwerke ist so faszinierend wie das Leben ihres Protagonisten. Der vierte Band beginnt 1960 mit LBJs Präsidentschaftskandidatur, erzählt seine Zeit als John F. Kennedys Vizepräsident, und endet mit Johnsons ersten Monaten im Weißen Haus, in denen er zum Vater so atemberaubender wie unwahrscheinlicher Erfolge wurde.
Mit dem Porträt dieser Jahre hat Caro mehr Zeit verbracht als Johnson damit, sie zu leben. Und so ist die große Sorge seiner Millionen Leser, dass der 76-Jährige sein Werk nicht vollenden könnte. Aus einem ebenfalls lesenswerten Porträt in Esquire:
Caro has requested in his will that nobody finish it for him, either.
Das CSPAN-Interview stammt aus dem Jahr 2009 und bietet einen interessanten Einblick in Caros Arbeitsweise, die sich seit vierzig Jahren nicht verändert hat.
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Aus dem neu erschienenen The President’s Club:
Clinton offered George W. Bush speech tips; Lyndon Johnson showed Richard Nixon where he hid the tape recorders; Ronald Reagan taught Clinton how to salute properly during his transition; Nixon gave Clinton advice about Russia, and how to organize his day.
Lesenswert (oder lesbar) ist es offenbar nicht; die Times-Rezension ist vernichtend.
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PBS’ wundervolle Reihe American Experience hat einen Blick auf Bill Clintons Leben und Werk geworfen, in deren Verlauf der ehemalige Präsident nicht nur als größtes politisches Talent seiner Zeit erscheint, sondern auch als sein gefährlichster Gegner. Es ist Clintons Tragik, dass von seinen acht Jahren im Weißen Haus vor allem ein Gefühl von Unerfülltheit und die Erinnerung an eine Praktikantin zurückbleiben.
Die Clinton-Folge gibt es hier in voller Länge, viele weitere Episoden (unter anderem über Franklin D. Roosevelt und Ronald Reagan) hier.
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Aber wann sind eine Präsidentschaft schon erfüllt oder ein Präsident groß? Offenbar nur, wenn der Amtsinhaber einen – möglichst blutigen – Krieg geführt hat, wie eine neue Studie von David R. Henderson und Zachary Gochenour zeigt:
We find that a strong predictor of greatness is the fraction of American lives lost in war during a president’s tenure. We find this predictor to be robust and compare favorably to other predictors used in previous historical research.
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Demnächst geht’s hier wieder um den weniger glorreichen, dafür aber weitgehend unblutigen Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney.



Sowohl Republikaner als auch Demokraten in Burns Artikel sehen diese Irrationalität des Wahlvolks teilweise als Ausdruck vom Emotionen statt Überlegung. In diese Richtung argumentiert auch der Psychologe Jonathan Haidt in seinem neuen Buch The Righteous Mind. Bei Themen wie Politik oder Religion, die zu moralischen Schlachtfeldern werden, sei die Moral 